Ingrid Lessing
Göttin statt Gott-Vater?

Göttin statt Gott-Vater?

zum Inhalt
In ihrem engagiert geschriebenen Buch stellt Ingrid Lessing Gruppen wie Beginen und Mystikerinnen und deren religiöse Lebensformen vor. Sie läßt dabei den Leser/die Leserin an Ihrem spannenden Erfahrungs-, Bewußtseins- und Forschungsprozeß teilhaben. So ist diese Arbeit eine aufregende Fundstelle für alle, die nach einem anderen Gott suchen, als dem, der überliefert ist. Ein wichtiger Beitrag für die feministisch-theologische Bewegung.
Das Wissen um die aktive Beteiligung von Frauen an den religiösen Befreiungsbewegungen macht Mut, sich für eine frauengerechte Kirche einzusetzen.
 

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Leseprobe
Die Biografie der Mechthild von Magdeburg
Die wenigen historischen Daten über das Leben der Mechthild von Magdeburg beruhen zum einen auf den biografischen Angaben aus ihrem Buch „Das fließende Licht der Gottheit“ und zum anderen auf den Mitteilungen der späteren Mitschwestern (Mechthild von Hackeborn und Gertrud der Großen) im Kloster Helfta.

Mechthild von Magedburg wurde von wohlhabenden und wahrscheinlich adeligen Eltern um 1210 im Erzbistum Magdeburg geboren.„Ihre Sprache, die den Wort- und Bilderschatz der höfisch-ritterlichen Welt kennt, bezeugt eine gute weltliche Bildung.“
Sie selbst bezeichnete sich als ungebildet und unwissend, was sich auf „... ursprüngliche Unerfahrenheit in geistlichen Dingen und auf den Mangel an schulmäßigem theologischen Wissen“ bezog.

Dennoch erwarb sie sich als Begine eine bemerkenswerte Kenntnis geistiger Überlieferung. Weil sie keine klösterliche Ausbildung erhielt, wie ihre jüngeren Mitschwestern im Kloster  Helfta, beherrschte sie auch nicht die lateinische Sprache, weshalb sie ihr Buch „Das fließende Licht der Gottheit“ in der niederdeutschen Sprache schrieb.

Mit 12 Jahren wurde sie zum ersten Male vom heiligen Geist „gegrüßt“.
„Der vielliebe Gruß kam alle Tage
  Und machte mir herzlich leid
  Aller Welt Süßigkeit
  Und er vermehrt sich noch alle Tage.
  Dies geschah während 31 Jahren.“

Mit etwa 20 Jahren verließ sie ihre Familie und Freunde und verzichtete auf alles „.. was menschlich sicher, nahe, geborgen und lieb ist. Reichtum, Ehre, Familie und Freunde verlassend und dem Ruf der Minne Gottes folgend, zieht sie in die fremde Stadt Magdeburg, wo sie über 30 Jahre als Begine in einer Gemeinschaft, arm und unbekannt, lebt.“

Da die Beginengemeinschaft, in der Mechthild von Magdeburg lebte, in engem Kontakt zu den Dominikanern stand, war es ihr Beichtvater, der Dominikaner Heinrich von Halle, der sie veranlaßte, ihre mystische Erfahrungen aufzuschreiben (ab 1250). Er sammelte ihre Aufzeichnungen und faßte sie zu sechs Büchern zusammen. Das siebte Buch entstand erst nach 1260 im Zisterzienserkloster Helfta bei Eisleben, wo Mechthild von Magdeburg im vorgerückten Alter, verdächtigt und verfolgt, vermutlich auch gesundheitlich geschwächt, Aufnahme fand. Von allen im Kloster verehrt, starb sie hochbetagt und erblindet, wahrscheinlich um 1294.

Paperback, umfangreiches Literaturverzeichnis, 355 Seiten
14,50 €
ISBN: 978-3-929931-00-6


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