Pressestimmen

WR 15.11.01

Christel Hoberg-Heese stellte in einer Autorenlesung ihr neues Buch "Weit sind die Wege - Frauenbilder der Zeit" vor
Auf die Flucht folgte Deportation

Christei Hoberg-Heese stellte ihr Buch vor. (WR-Bild: Rottmann)

Von Burkhard Sauerwald

Warum überhaupt Autorenlesungen. Man braucht den Text nicht zu hören, man kann ihn doch selbst lesen, so könnte man meinen. Von gekonnter Stimme vorgetragen, ist ein Text jedoch so aufzunehmen, wie er vom Autoren wirklich gemeint ist.

Christei Hoberg-Heese stellte mit einer Autorenlesung ihr neues Buch "Weit sind die Wege - Frauenbilder der Zeit" vor. In der "Mayerschen Buchhandlung" berichtete die gelernte Schauspielerin von ihren Gesprächen mit russlanddeutschen Frauen, vor deren Hintergrund die vorgetragene fiktive Geschichte zu betrachten ist.
"Vorwärts, vorwärts!" - Dieser Ruf treibt die Titelfigur der Erzählung "Anna will leben" an. Wohin, das weiß sie jedoch selbst nicht. Zuerst flieht sie mit der Familie aus der Ukraine nach Westen, die näher rückende Front ständig im Rücken. Als 14 -Jährige erlebt sie die Deportation nach Kasachstan, um mit 60 Jahren nach Deutschland zurückzukehren - als so genannte Russlanddeutsche, um auch hier mit Integrationsproblemen kämpfen zu müssen. Mit eindringlichen Worten beschreibt die Autorin subtil vor allem die psychischen Leiden der vorn Schicksal geprüften Anna.
Das Buch enthält eine weitere Erzählung, die das Zerreißen einer Familie durch das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturkreise thematisiert.
Eine solche Lesung, so Hoberg-Heese, habe den Zweck, das Bewußtsein für die Kraft der gesprochenen Sprache bewußt zu machen. Und das funktioniert besonders mit Texten, die betroffen machen.

 

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