Pressestimmen

WR 31.10.03

Spende von 1000 Euro für Verein "Tabu"

Verlegerin Ingrid Lessing setzt sich für Frauenrechte ein.

Frauengeschichte, Frauenthemen, feministische Theologie, AutorINNEN - Dr. Ingrid Lessing vom gleichnamigen Verlag auf dem Höchsten weiß genau, was sie will. Dazu passend jetzt ihre Spende von 1000 Euro an Tabu e.V., einen Verein, der sich gegen weibliche Genitalverstümmelung wendet.

Der gemeinnützige Verein Tabu ist in Dortmund bereits seit 1999 aktiv. Zur Entgegennahme des Schecks war auch Mechthild Greive, Geschäftsführerin der Dortmunder Kliniken GmbH, als Schirmfrau des Vereins erschienen. "Das Problem der Beschneidung von Mädchen ist auch in Dortmund präsent", erklärte sie ihr Engagement.. "Daher machen wir auch Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ausländerbeirat und haben Infomaterial in der Ausländerbehörde ausgelegt." Ulla Barreto, 2. Vorsitzende, ergänzt: "Weiße Mütter mit schwarzen Partnern hatten früher oft gar keine Ahnung von dem Problem. Durch die Migration ist es aber inzwischen in die Welt getragen worden, und TABU e.V. will das Tabu brechen, mit dem dieses Thema belegt ist. Die Genitalverstümmelung gilt in Deutschland als Körperverletzung." Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt die Sterberate bei dem Eingriff zwischen zehn und vierzig Prozent.

Die Spende des Ingrid-Lessing-Verlags fließt in ein Projekt in Kenia: Die Aktiven vor Ort, mit denen die Dortmunder zusammen arbeiten, benötigen für ihre Aufklärungs- und Bildungsarbeit dringend ein gebrauchtes Auto

Der Verein "Tabu" setzt sich gegen die Genitalverstümmelungen bei Frauen zur Wehr. Als Zubrot gab's 1000 Euro.

Dr. Ingrid Lessing feierte mit der Spende auch ihr Zehnjähriges als Verlegerin. Ihre Doktorarbeit 'Göttin statt Gott-Vater' - Die neuen Gottesbilder des 12. bis 14. Jahrhunderts und die religiöse Frauenbewegung im Mittelalter" bot sie seinerzeit verschiedenen Verlagen an. "Einige wollten eine sehr hohe Eigenbeteiligung an den Kosten, anderen passte das Thema nicht ins Programm", erinnerte sich die Mitbegründerin des Dortmunder Frauenhauses jetzt. "Als ich das meinem Sohn erzählte, der Kaufmann ist, meinte der: 'Mutter, es ist gar nicht so schwer, so etwas im Eigenverlag herauszubringen."'

Breite Palette an Frauen-Literatur

Gesagt getan. Darauf folgten Anfragen von anderen Autorinnen: "Schließlich dachte ich: Das ist jetzt meine Aufgabe", erzählt die 60 jährige von ihrem Weg ins Verlagsgeschäft. Heute umfasst ihr Programm eine breite Palette vom FrauenStadtBuch Dortmund über Frauengeschichte bis hin zu Theologischem. Infos unter www.lessing-verlag.de oder
46 23 35.

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